| + + + PRESSEMITTEILUNG + + + Hohe Qualifikation: Schlussfeier der Hochschule für evangelische Kirchenmusik: Diplome für erfolgreiche Absolventen bayreuth Von Bernd Mayer 392 junge Leute studieren gegenwärtig in Deutschland evangelische Kirchenmusik - etwa jeder Zehnte von ihnen in Bayreuth an der kirchlichen Hochschule. Doch während der Zulauf zu diesem Studium bundesweit rückläufig ist, bleibt die Situation in Bayreuth stabil, wie der Rektor der Hochschule, Professor Karl Rathgeber, bei der traditionellen Schlussfeier deutlich machte. Der schwindende Nachwuchs für den Beruf des Kirchenmusikers bereitet Rathgeber zufolge der bundesdeutschen Direktorenkonferenz schon seit mehreren Jahren große Sorgen. "Dieser Rückgang ist gut für die Berufsaussichten der Absolventen, aber schlecht für die Kirche", sagte Rathgeber. In diesem Zusammenhang zitierte er ein jüngstes "Zeit-Dossier": "Ohne Musik geht die Predigt ins Leere." Immerhin habe Bayerns Landesbischof Johannes Friedrich den "unschätzbaren Wert" der Kirchenmusik herausgestellt. Allerdings sind in Bayern die Berufsaussichten junger Absolventen nicht gerade rosig. Planstellen stehen für Berufsanfänger nicht zur Verfügung, und das kirchenmusikalische Praktikum wurde zum Leidwesen Rathgebers abgeschafft. "Für Absolventen fällt damit das Erlernen besonderer berufspraktischer Anforderungen unter Anleitung eines erfahrenen Mentors weg." Der Rektor der kirchlichen Hochschule konnte freilich in seinem Rückblick auch Erfreuliches vermelden, so die erfolgreichen Chorreisen nach Meran und in Bayreuths Partnerstadt La Spezia. Ermutigende Signale gebe es auch für die Zukunft der Ausbildungsstätte, die jetzt immerhin eine zehnjährige Bestandsgarantie der evangelischen Landeskirche besitze. Auch das Wohnheim werde, wenn auch in geänderter Form, weitergeführt. Landeskirchmusikdirektor Michael Lochner sagte bei der Schlussfeier, auch künftig würden gut ausgebildete Kirchenmusiker in der Landeskirche gebraucht. Allerdings müssten die Planstellen gerechter verteilt werden, damit sich in jeder Stadt und jeder Region das Gotteslob entfalten könne. Fast alle Kirchengemeinden hätten die gleichen Erwartungen an ihre Kantoren: gut fundiertes Orgelspiel, sauberes Vorsingen und geschickter Umgang mit Chören. Lochner machte keinen Hehl daraus, dass auch ihn die Sorge um die Berufsanfänger sehr plage. Mangels Planstellen müssten sie auf die zwei bis drei neu geschaffenen Projektstellen ausweichen. Angesichts der eingeschränkten beruflichen Perspektiven der Landeskirche empfahl der Landeskirchmusikdirektor dem Nachwuchs, sich außerhalb Bayerns im Gesamtraum der EKD zu bewerben. Anspruchsvolle Musik Nach einem Grußwort des landeskirchlichen Vertreters, Kirchenanwalt Reinhard Rassow, überreichte Rathgeber vier Vordiplomzeugnisse und fünf Diplomzeugnisse an die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen. Wie hoch das Bayreuther Ausbildungsniveau ist, bewies der anspruchsvolle musikalische Teil der Schlussfeier, der ausschließlich von Studierenden bestritten wurde. Neun junge Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker erhielten am Wochenende ihr Diplom- beziehungsweise Vordiplomzeugnis. Unser Bild zeigt die erfolgreichen Absolventen der kirchlichen Hochschule mit Rektor Karl Rathgeber (Zweiter von rechts) und zwei landeskirchlichen Vertretern. Foto: Mayer |